Black Label Series Vol. 3

Nun sind also auch schon wieder rund drei Jahre in die Welt gezogen, seit sich die guten Menschen von Compost aufgemacht haben, den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung hinsichtlich ihres Labels sanft zu verschieben. Seitdem wird, wenn man gerade mal genug vom Abhängen in der Jazzlounge hat, mit den superben Releases von Black Label auf den Dancefloor gedrückt. Die dritte Labelrückschau versammelt die in den über den Daumen gepeilt vergangenen zwölf Monaten erschienen Katalognummern 19 bis 30 und kommt erstmals als DJ-Mix daher. Der Engländer Jay Shepheard verrichtet die Arbeit an den Reglern dabei exquisit und unaufdringlich, schließlich geht es hier nicht um die Demonstration seiner Skills, sondern darum, ein Label und dessen Klanguniversum zu präsentieren. Black Label: Euphorie und gesetzte Stilsicherheit – das Geschmäcklerische ist ihr fremd – haben hier ihre Zelte aufgeschlagen. Auf Black Label entsteht beständig ein moderner House-Entwurf, der die Geschichte kennt, die Verbindungstür in Richtung Disco bleibt sperrangelweit offen. Hier reichen sich angesoulte Vocals, spröder Funk, Deepness und ein stark von Perkussion geprägter Sound die Hände. Die 14 allesamt famosen Tracks – egal ob nun von Wagon Cookin, Muallem, Phreek Plus One, Motor City Drum Ensemble oder zweimal Shepheard selbst – fügen sich zu einem Mix, in dem Tiefgang und Ekstase Geschwister sind. Das Schöne dabei: Zur Seelenbalsam spendenden Beschallung der eigenen vier Wände taugt er ebenso vortrefflich wie als partybegleitende Maßnahme.