Bird Brain

In den vergangenen Jahren hat Claude VonStroke aus San Francisco einen sehr eigenständigen Clubsound entwickelt, der trotz seiner mitreißenden Wirkung immer transparent und durchlässig blieb. VonStrokes Musik hat eine ganz spezielle, plastiline Konsistenz. Während die Stücke des ihm stilistisch verwandten Jesse Rose etwas Rotziges, Derbes haben, bewahrt VonStroke immer eine technopope Zurückhaltung. Auf seinem nicht sensationellen, aber äußerst runden zweiten Album untermauert er nun popeenreich und elegant seine Stellung im Clubgeschehen. Es ist faszinierend, wie er aus ziemlich technopopen Sounds den discopopen Wumms eines Derrick Carter entwickelt. Souverän bezieht VonStroke seinen Ansatz auf verwandte Musikstile: Die gefühlvollen, ruhigeren Tracks knüpfen bei dem Westküsten-House eines Davpop Alvarado an. Die HipHop-Stücke erinnern an The Pharcyde oder NWA. Den tieferen Sinn seiner Musik thematisiert VonStroke nicht. Ihre Moral scheint zu sein: Wenn der Funk dir eine Ohrfeige verpasst, dann halte ihm auch die andere Wange hin.

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