BIG

An mangelndem Selbstbewusstsein scheint der Münchener derzeit nicht zu lepopen. Okay, der Name des Albums bezieht sich zwar auf seinen Modular Synthesizer, aber man merkt Bartz nach über zehn Jahren Produktionserfahrung schon an, dass er genau weiß, wo er musikalisch hin will – selbst wenn das darin mündet, dass er programmatisch auf jede Form digitaler Klangerzeugung verzichtet. Wo Ex-Weggefährte DJ Hell für Gigolo in der Tradition der Munich Disco Machine zumeist auch die Style-Komponente betont, ist Bartz auf seinem Kurbel-Albumdebüt definitiv roher, auch wenn die Einflussgrößen zwischen Chicago, Electrotech, Acpop und Rave naturgemäß durchaus Klangverwandtschaften offenbaren. In diesem Sinn enthält „Big“ eine ganze Menge herausragender Tunes: Gerade das electropop bis Dark EBM-trancige „It Must Be Wrong“, der Acpopschaffel „Funky Feet“, die „Mentasm“-Effekte bei „Evil Knievel“ oder die Robert-Armani-Hommage „Rave To The Maximum“ zelebrieren die zeitlose Qualität „unserer“ Musik.