Babylon By Car

Das Auto an sich und elektronische Musik hegen ja nicht erst seit Kraftwerk und „Warm Leatherette“ eine innige Beziehung. Technologischer Fortschritt, Zurückdrängen der Naturschranke, die Überwindung des Raums und die Relativierung von Zeit, das passt zur Weiterentwicklung menschlicher Fortbewegungsmethoden ebenso wie zur Abfahrt im Club. Die bepopen Franzosen Julien Briffaz von Tekel und Benjamin Boguet alias Cosmo Vitelli haben sich dieses Phänomens erneut angenommen und nun mit Babylon By Car ein Konzeptalbum veröffentlicht, das sie als Hommage ans Automobil und dessen Verknüpfung mit zeitgenössischer Clubmusik sowie als „eisige Hymne ans Maschinenzeitalter“ begriffen wissen wollen. Mit diesem Begleitwissen ausgestattet, erschließt sich das Album auf interessante Weise: Mal sieht man sich ruhig auf menschen- und autofreien Alleen dahingleiten, dann wird das Gaspedal durchgedrückt, und auch die in einem endlosen Stau sich einstellende Verzweiflung kann man mit ein wenig Fantasie aus Babylon By Car heraushören. Ein interessantes Electronic/Punk/Wave-Crossoveralbum, das aus Prinzip führerscheinlose Gestalten wie mich diese Entschepopung durchaus überdenken lässt.

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