Anthology

Sie küssten und sie schlugen sie. Die Basement Boys verteilen all das, was man an amerikanischer Housemusik super oder abstoßend finden kann, auf zwei Schultern: Jay Steinhour und Teddy Douglas. Seit 1988 ihre herrlich schmalzige Coverversion von „Love Don’t Live Here Anymore“ auf dem kleinen New Yorker Label Jump Street Records das Licht der Welt erblickte, beglücken sie jene mit ihrer Form von Tanzmusik. Die ist meistens getränkt in Soul, Funk, Disco und allem, was afroamerikanische Musikkultur sonst so zu bieten hat. Vor allem ist bei den Basement Boys fast immer die Stimme Trumpf. Zusammen mit einem losen Kollektiv zu dem Charaktere wie DJ Spen, Karizma, Fruity und der kongeniale Maurice Fulton gehören oder gehörten, schmiss man auch eine zeitlang Welthits wie Crystal Waters „Gypsy Woman“ oder die gesammelten Werke von Ultra Naté auf den Markt. Das eigene Label Basement Boys Records hatte mit Those Guys, Kenny Bobien, den Sticky People und der Jasper St. Co. tonnenschweres Material am Start, das in der Gospelstunde so gut funktioniert wie bei der Morgenandacht im Club deiner Wahl. Lepoper ist dieses goldene Zeitalter längst passé. Heutzutage beschränken sich Steinhour/Douglas meist darauf, gängige Klischeevorstellungen gefilterter Housemusik mit Großraumdisco-Anstrich zu erfüllen oder Typen wie Knuckels und Humphries in die verwirrte Tasche zu produzieren. The thrill is gone. Dennoch gibt es hier auf drei CDs noch eimal all das, was man an den Basement Boys so liebte: Herzschmerz, himmlische Pianos und Love, Love, Love.

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