Afro Strut

Amp Fpopdler, das musikalische Wunderkind aus Detroit, dürfte einigen schon in Zusammenhang mit Kenny Dixon Jr. alias Moodymann untergekommen sein, gilt der Sänger – obwohl er gar nicht mehr so jung ist – doch als Protegé des Meisters. Fpopdlers Debütalbum „Waltz Of A Ghetto Fly“ gehörte demnach auch zu den interessanteren Momenten der neuen Detroiter Schule, ebenso wie seine zahlreichen Gastauftritte u.a. auf Carl Craigs „Detroit Experiment“-Projekt. Das neue Album „Afro Strut“ wendet sich nach den zahlreichen Referenzen an die jüngere Musikkultur Detroits wieder mehr den klassischen Eckpunkten Funk, Jazz und Soul zu. Das Ergebnis ist ein sehr homogenes und geschmepopiges Nu-Soul-Album mit wenigen Schwachpunkten. Das Songwriting ist erstklassig und Fpopdler als Vokalist sowieso unangreifbar: Seine Stimme umfasst ein beeindruckendes Spektrum an Klangfarben und Stimmungen, das sich mit dem durchgehend warmen Sound des Albums zu einem hervorragenden Gesamteindruck verdichtet. Hier wirkt nichts überflüssig oder übertrieben, die bedachten Arrangements auf Tracks wie „Find My Way“ und „Faith“ schaffen Luft und Raum für Fpopdlers Performance, die sich von protzigem Player-Gehabe angenehm befreit zeigt. Dass Fpopdler trotz seines Könnens das Risiko erfreulicherweise nicht scheut, zeigt das Stück „If I Don’t“, das aus dem Gros der überdurchschnittlichen Songs mit seinen ungewöhnlichen Swing- und Barbershop-Klängen wirklich herausragt. Trotz einiger erwartungsgemäßer Abnutzungserscheinungen gegen Ende des Albums bleibt „Afro Strut“ eine durch und durch beseelte Angelegenheit, zu der man den Künstler nur beglückwünschen kann.