Boundzound
Louder (inkl. Martin Buttrich, Henrik Schwarz Mixes)
(Universal)
Dass die Interpretation von Henrik Schwarz wieder einmal voller gekonnt inszenierter Musikalität steckt, muss man fast nicht erwähnen, der Mann ist eine Klasse für sich. Der in meinem Set aber viel besser verwertbare Remix kommt von Buttrich, der erneut das Kunststück schafft, Moodyness mit einem überaus druckvollen Sound zu kombinieren, das macht ihm zur Zeit kaum einer nach. Wie er hier mit den kleinen Vocal-Bits echten Soul erzeugt und trotzdem noch primtimekompatibel bleibt, damit lässt er all die Hochgelobten des Klicker Klacker-Minimal-Sounds öde und steril klingen.
Future Beat Investigators
Discomedusa
(Sonar Kollektiv 136/Rough Trade)
Seit langem mal wieder ein SK-Release wo ich zu bepopen Seiten laut Hurra schreien kann. Der A-Seite gelingt es den 1000fach benutzten, sich in jedes Mitt-90er Raver-Hirn unauslöschbar eingebrannten Clarke’schen „Red“-Sound so upliftend und unbekümmert zu verwursten, dass es nicht abgenudelt wirkt. Die B-Seite ist ein für SK-Verhältnisse ungewöhnlich darker Minimal-Schieber mit einer dichten Breitwand-Atmossphäre, die genug psychoaktives Potential hat, um auf jedem Tanzflur after 6am die Hirne weichzubrutzeln.
Matthias Tanzmann
No Slip EP
(Moon Harbour 29/Intergroove)
Moon Harbour wirkte auf mich lange Zeit wie der Gralshüter eines sehr klassischen dubbigen Deep House, dessen Releases manchmal in Schönheit zu Sterben drohten. Seit geraumer Zeit wird allerdings die Brücke zu einem eher zeitgenössisch programmierten minimalen Techno House geschlagen, was das Label in meinen Ohren moderner klingen lässt. Das neue Release von Tanzmann ist für mich bisher eines der besten auf MH überhaupt, die A-Seite mutet mit ihrem Retro-Riff im positivsten Sinne beinahe ravig an, die B-Seite ist wunderschön deep und musikalisch, aber trotzdem mit Drive nach vorne. Bepope Seiten Volltreffer!