Kai Alcé
Corner Manuvers
(Real Soon 010/Word And Sound)
Bekannt von seinen Releases auf Trackmode und Mahogani Music, liefert Kai Alcé aus Atlanta mit „Corner Manuvers“ ein weiteres Musterbeispiel roher und deeper Hausmusik nach Detroiter Art ab. „T.O.’s Track“ wirkt zu Beginn mit der einfachen Rhodes-Melodie eher unauffällig, was sich aber mit dem Einsatz der ultratiefen Bassline, die man getrost als bebend bezeichnen könnte, schlagartig ändert. Der eigentliche Gewinner dieser EP ist allerdings der titletrack, dessen bedrohlich tiefe Bassline sich in einem spannenden Wechselbad aus Harmonie und Disharmonie zu den deepen Detroit-Chords bewegt. Die düsteren Vocals, die simplen Bleeps sowie das später einsetzende E-Piano-Mini-Riff erledigen das Weitere. Schauderhaft schöne Platte.

Monolake
Alaska/Melting
(Monolake 020)
„Alaska“ beginnt mit kühlen Soundscapes direkt aus der Eiswüste, welche sich, getragen von einem einfach zwingenden Groove, sparsam eingesetzten Noise-Percussions und tänzelnden HiHats, bedrohlich auftürmen. Das Eis bricht spätestens, wenn sich mittels der warmen Bassline überraschend Jack zur Hintertür reinschleicht und der Break im Stop-and-Go-Verfahren auch den Hinterletzten vom Hocker reißt. „Melting“ auf der Flip-Seite geht nicht minder zwingend und mit beeindruckender Liebe zum Detail nach vorne und entlädt sich in einem abstrakten Finale, vor dessen Hintergrund man sich die einstürzenden Eismassen leibhaftig vorstellen kann. Ein Stück Filmmusik für den Dancefloor.

Redshape
Misc Usage
(Delsin 60/Rush Hour)
Mr Mysteriosos neuester Streich auf Delsin. Der titletrack schöpft seine hypnotische Anziehungskraft aus einem sich langsam aufbauenden Bassline-Gerüst und ebenso sparsam wie geschickt eingesetzten Perkussionselementen, bevor einen die eiskalten Strings und der Offbeat-Shaker bedingungslos in den Bann ziehen. Ein Track, der seine ganze Wirkung erst nach einer gewissen Anlaufzeit entfaltet. „Cashmere“ funktioniert in ähnlicher Weise, hält sich aber in seiner Dynamik noch etwas mehr zurück, um dann relativ überraschend in einer Craigschen Arpeggio-Orgie zu enden. „Dirt One“ macht zum Abschluss seinem Namen alle Ehre und rockt in bester Warehouse-Manier mit 727-Perkussion und langsam hochgefilterter Bassline im Sinne von Yoav B’s „Energize“. Killer!

Deetrons Album „Twisted“ erscheint am 6. Oktober auf Music Man/NEWS.