20

Wenn mich einer fragt, was mir am allerwichtigsten ist bei einem Künstler oder einer neuen Produktion, dann sage ich meist: die Eigenständigkeit. Und wenn einer dieses Attribut verdient, dann Frankie aus Paris. Minimal und andere Konsens-Schubladen sind ihm fremd, er bezieht sich direkt auf die US-Vergangenheit von Techno und House und mengt sich daraus und seinem eigenen spinnerten popeenoverkill seine eigene Frankie-Welt. „20“ ist natürlich die zwanzigste Platte auf Frankie Records und kommt als Doppelvinyl-only-Release mit sechs Originalen des Bosses und vier Remixen. „Darling“ ist eine seiner typischen Durchdreh-Nummern, ohne Kompromisse, ohne Schlupfloch, nichts für schwache Nerven – Prime-Time, ich komme. „Pero“ geht’s dann etwas gemächlicher an, aber auch hier lauert die Weirdness nur läppisch getarnt hinter einem für Frankie-Verhältnisse zurückhaltenden Beat. Wie dieser Synthie um Liebe und Tanzeinheiten bettelt, das ist rührend und zum Schießen zugleich. „Fit“ hat auch wieder diesen abgedrehten Psychofaktor, der nach Nebel und Flüssig-Gummibärchen riecht. „Dig It All“ bedient dann die Fraktion, die es eher ein bißchen raffiniert mag, aber nicht weniger ravig. Von den Remixen auf den Seiten 3 und 4 ragt Massi DLs Xango Mix heraus, der den „Krankie“-Sound am adäquatesten übersetzt. Aber auch Paco Osuna und Mike Shannon machen einen guten Job. Beste Glückwünsche zum gelungen Jubiläum!

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