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Gigolos einstige Helden wie Fischerspooner oder Vitalic sind auf „Gigolo 10“ komplett verschwunden, auch die letzte Clash-Generation mit Artists wie Crossover oder X-Lover erscheint hier beinahe überhaupt nicht mehr. Der Comandante hat den Sound seines Labels einer stilistischen Generalüberholung unterzogen: Hell hat den ganz klassischen Früh-Neunziger Techno wieder entdeckt. Zahllose neue Namen tauchen auf: Inge Neuss, Igors Vorobjovs, Rebacca von Kalinowsky, Evol, Felizol oder Voltique, es gibt Remixe von Techno-Klassikern wie Outlanders „The Vamp“ oder Human Resources´ „Dominator“ zu hören. Nie werden bloß Standards bedient, in jedem der sechsundzwanzig Tracks gibt es etwas zu entdecken – auch wenn manche Nummern ziemlich obskur sind. Die Artists arbeiten viel mit unauffälligen 808- oder 909-Grooves, immer stehen krasse Synthi-Riffs im Zentrum der Tracks, deren hochdramatischer Gestus an die Hits von 1991 erinnert. Produktionsstandards spielen hier kaum eine Rolle, die meisten Tracks präsentieren sich erfreulich unoptimiert. Es ist wieder einmal erstaunlich, wie sehr Hell Marketing- und Marktgesichtspunkte außer acht lässt und ganz allein seiner Intuition vertraut.
Tipp: Jesse Rose & Jamie Anderson “Jack Your Body (Body Jackin´)”, Sebastian San “Point Of No Return Pt.1” (Edit), Lady B. “Exhausted”

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