10/ 11 – Live At Johanneskirche

Move D hat in den vergangenen Monaten ein erstaunliches Comeback hingelegt. Wobei dieser Begriff nicht ganz passend ist, weil der Hepopelberger Elder Statesman bei elektronischer Musik schon immer da gewesen zu sein scheint – und sei es als Hintergrund-Klang, als dieser elegante, leicht jazzige, sehr oldschoolige Electronica-Sound, den man mit seinem in einer ganz eigenen Zeitblase dahin treibenden Label Source verbindet. Und während das Comeback von Move D geprägt war von seinen Tanzboden-Hits „Anne Will“ und „Ac1d“, bearbeitet er auf dieser Live-CD, aufgenommen 2001 in der Düsseldorfer Johanneskirche, weiter eben diesen alten Source-Sound. Das Liveset, gespielt einen Monat nach den größten Terroranschlägen der Geschichte in einer Kirche, in der in den Wochen zuvor Gedenkgottesdienste stattgefunden hatten, ist geprägt von einer düsteren Sakralität, von einer selbstversunkenen Ernsthaftigkeit. Wobei Move Ds elektronischer Funk immer auch Wärme impliziert, Hoffnung, manchmal sogar Tanzbarkeit. Ein Monument einer Stimmung, eines Moments in der Geschichte.

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