DIVERSE Full Pupp Presents The Greatest Tits Vol. 1 (Full Pupp)

Man macht es sich als Musikjournalist ja gern einfach. Ein watschelnder Beat und irgendwie Seventies-mäßig sphärische Keyboard-Flächen signalisieren „Cosmic Disco“. Ist die Schublade erst mal da, muss man nicht mehr weiter spezifizieren. Was aber, wenn man mit zwei ganzen CDs voller Cosmic Disco konfrontiert wird? Nun: Im Fall von The Greatest Tits Vol. 1 fällt es einem leicht, auf die Vielfalt hinzuweisen, die sich hinter diesem Begriff verbergen kann. Da wird der watschelnde Trademark-Beat von Todd Terje mit Frühneunziger-Deep-House-Gedaddel à la Blaze und Bobby Konders verschnitten. Oder er dient Jarle Braathen als Sprungbrett für eine hymnische Trancenummer. Der Beat muss auch nicht watscheln, er kann auch beschwingt steppen wie bei Prins Thomas‚ „Goettsching“, das nur entfernt an Manuel Göttschings Cosmic-Blueprint E2-E4 erinnert. Selbst verlangsamte Acidtrax wie „Cearadactylus“ von Diskjokke klingen kosmisch. Liegt das an den Percussions oder am (nur auf den ersten Horch) gemächlichen Tempo? Discostrings und Slapbass, irgendwer? Jackmaster Dahle hat sie im Gepäck. Schubladen sind praktisch – solange die darin verfrachtete Kultur aber noch lebendig ist, kriegt man sie nicht zu. Die Nordic Cosmic Disco sprengt jedenfalls die Schublade definitiv.